Pressemitteilung | Cloppenburg, 12. April 2017

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 50 Millionen sog. „Eintagsküken“ getötet, weil sie in der Eierproduktion unrentabel sind. Auf diesen Missstand wollen die Grüne Jugend und die Jusos im Landkreis Cloppenburg mit einem Aktionsstand am Samstag, 15. April in der Cloppenburger Stadtmitte aufmerksam machen. Sie wollen dabei einerseits eine Petition an Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) unterstützen, die ihn auffordert das Töten von männlichen Küken in der Eierindustrie so schnell wie möglich zu verbieten. Andererseits wollen sie auf Initiativen aufmerksam machen, die dieses Töten nicht unterstützen und Alternativen aufzeigen.

„Das millionenfache Töten von Küken muss ein Ende finden. Lebewesen dürfen nicht zur Wegwerfware degradiert werden, das entspricht unserer Meinung nach nicht dem Tierschutzgesetz!“, meint Stephan Christ (Grüne Jugend). In der Praxis werden die Küken heute meist mit Kohlenstoffdioxid erstickt. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) fordert zusammen mit seinen Kollegen anderer Bundesländer seit Langem ein Tötungsverbot für „Eintagsküken“. Bundesagrarminister Schmidt setzt hingegen eher einseitig auf weitere Forschung zur Früherkennung des Geschlechts vor dem Schlüpfen der Küken. Diese Technik ist allerdings noch nicht ausreichend wirtschaftlich anwendbar.

„Bis dieses barbarische Vorgehen endlich bundesweit verboten ist, sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher klarmachen, dass es auch Alternativen wie beispielsweise die ‚Initiative Bruderhahn‘ gibt“, stellt Vanessa Wiegmann (Jusos) fest. Diese Initiative zieht auch die männlichen Küken auf und verkauft ihr Fleisch anschließend. Die Mindereinnahmen durch den geringeren Ertrag werden durch wenige Cent pro gekauftem Ei quersubventioniert. Eine weitere Alternative würde der Einsatz von Zweinutzungshühnern darstellen, die sowohl in der Eier- als auch in der Fleischproduktion eingesetzt werden können.

Gerade um das Osterfest herum, an dem wieder viele Eier gegessen werden, wollen die beiden Jugendorganisationen auf diesen bestehenden Missstand hinweisen. Als Alternative zu konventionell hergestellten Eiern wird es an dem Stand gekochte und gefärbte Eier der ‚Initiative Bruderhahn‘ geben, die die Passanten gerne noch weiter verzieren dürfen.