Die GRÜNE JUGEND Cloppenburg kritisiert in einer Pressemitteilung die anhaltende Diskriminierung von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender in Deutschland und Europa. Am vergangenen Freitag, dem Internationalen Tag gegen Homophobie hatte die EU-Grundrechte-Agentur (FRA) ihre bisher größte Studie zum Leben von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender in der Europäischen Union vorgestellt.

Laut der Studie gaben 47 Prozent der befragten Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender an, in den vergangenen 12 Monaten aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert worden zu sein. Etwa jede_r vierte Teilnehmende berichtete sogar, in den vergangenen fünf Jahren Opfer tätlicher Angriffe oder von Gewaltandrohungen geworden zu sein. Zwei Drittel der Befragten erklärten, dass sie es aus Angst vor Diskriminierung nicht wagen würden, öffentlich die Hand ihres gleichgeschlechtlichen Partners zu halten. Daher hat die GRÜNE JUGEND Cloppenburg am vergangenen Freitag in der Cloppenburger Innenstadt unter dem Titel „Same Sex Handholding“ dazu aufgerufen die Hand eines gleichgeschlechtlichen Gegenübers zu halten und bei den Passierenden für eine offene und tolerante Gesellschaft geworben.

„Während unsere Aktion am Freitag sehr entspannt verlief, mussten auch schon Mitglieder der Grünen Jugend in Cloppenburg tätliche Angriffe aufgrund ihrer sexuellen Identität erfahren“, betont Nino Dammann, Mitglied der Grünen Jugend Cloppenburg. „Das ist ein Armutszeugnis für unsere angeblich so moderne Gesellschaft.“ Die Grüne Jugend ruft dazu auf, bei Diskriminierung nicht einfach wegzusehen. „Wir wünschen uns, dass Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender ohne Angst öffentlich bekennen können, wen sie lieben“, so Dammann.

Trotz erkennbarer Fortschritte in den letzten Jahren gebe es in Deutschland noch deutlichen Nachholbedarf. „Leider verhindert die schwarz-gelbe Regierungskoaltion weiterhin die tatsächliche Gleichstellung verschiedener Lebensentwürfe. Die Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der heterosexuellen Ehe ist längst überfällig“, kritisiert Nino Dammann.

Eine besondere Verantwortung komme nach Meinung der Grünen Jugend den Schulen zu. Dammann erklärt: „‚Schwul‘ ist eines der am häufigsten benutzten Schimpfwörter unter deutschen Schüler_innen. Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender Jugendlichen fällt das sogenannte Coming-out, also das Bekennen zur eigenen sexuellen Identität, immer noch schwer. In vielen Fällen wird die eigene Sexualität sogar verschwiegen.“ Dies bestätigt ebenfalls die aktuelle Studie der EU-Grundrechte-Agentur. So berichten 67% der Befragten ihre Sexualität in der Schulzeit verheimlicht zu haben.